Klima-Experten warnen
Die Gefahr durch Starkregen nimmt in Deutschland deutlich zu
Starkregen entwickelt sich zunehmend zu einer der größten Naturgefahren für Unternehmen und Gewerbebetriebe. Doch was genau versteht man eigentlich unter Starkregen, welche Risiken gehen damit einher – und sind Betriebe ausreichend gegen solche Extremereignisse abgesichert?
Laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bezeichnet man "Niederschläge von mehr als 25 Millimeter pro Stunde oder mehr als 35 Millimeter in sechs Stunden" als Starkregen. Das Wasser kann beim Abregnen massiver Gewitterwolken nicht schnell genug versickern, weswegen Sturzfluten entstehen können. Dabei teilt der Deutsche Wetterdienst Starkregen in drei Warnstufen auf:
- Starkregen: 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden
- Heftiger Starkregen: 25 bis 40 l/m² in 1 Stunde oder 35 bis 60 l/m² in 6 Stunden
- Extrem heftiger Starkregen: Mehr als 40 l/m² in 1 Stunde oder mehr als 60 l/m² in 6 Stunden
Die aktuellen Schadenszahlen sind alarmierend:
Naturereignisse verursachten im Jahr 2024 in Deutschland insgesamt Sachschäden in Höhe von rund 4,4 Milliarden Euro (Quelle: GDV-Naturgefahrenreport 2025). Ein erheblicher Teil dieser Schäden entstand durch extreme Niederschläge, die insbesondere im Mai und Juni in Süddeutschland zu schweren Überschwemmungen führten. Besonders betroffen waren dabei Regionen in Bayern und Baden-Württemberg, wo Starkregen innerhalb kurzer Zeit massive Wassermengen in Siedlungs- und Gewerbegebiete drückte.
Die Folgen waren vielerorts gravierend: Neben zahlreichen Wohnhäusern wurden auch eine große Anzahl von Betriebsgebäuden überflutet und teilweise schwer beschädigt oder sogar vollständig zerstört. Dabei gingen nicht nur die Gebäude selbst verloren oder wurden unbrauchbar, sondern häufig auch Maschinen, technische Anlagen, Warenbestände und weiteres Betriebsequipment, was für Unternehmen teils existenzbedrohende wirtschaftliche Folgen hatte.
Naturgefahren bleiben ein erhebliches Risiko – auch ohne große Jahrhundertflut
Aktuelle Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen, in welchen Bundesländern 2025 die meisten Elementarschäden gemeldet wurden und warum viele Wohngebäude weiterhin nicht ausreichend abgesichert sind.
Diese Bundesländer verzeichneten 2025 die meisten Schäden:
Besonders häufig traten versicherte Elementarschäden 2025 in ostdeutschen Bundesländern auf: Spitzenreiter war Sachsen mit 9,6 Schäden pro 1.000 Verträge. Dahinter folgen Thüringen mit 5 Schäden sowie Brandenburg mit 4,1 Schäden pro 1.000 Verträge. Auch Bayern und Nordrhein-Westfalen zählen weiterhin zu den Bundesländern mit erhöhtem Schadenaufkommen. Wichtig: Diese Zahlen zeigen nur die Häufigkeit – nicht das individuelle Risiko vor Ort.
- Sachsen: 9,6
- Thüringen: 5
- Brandenburg: 4,1
- Bayern: 4
- Nordrhein-Westfalen: 3,7
Auch außerhalb der besonders betroffenen Regionen kam es immer wieder zu lokalen Starkregenereignissen mit erheblichen Schäden. Gerade die Kombination aus versiegelten Flächen, überlasteten Kanalisationen und plötzlich auftretenden, sehr intensiven Niederschlägen führt dazu, dass Wasser nicht mehr ausreichend abfließen kann und sich schnell in kurzer Zeit staut und ausbreitet.
Fachleute gehen deshalb davon aus, dass solche Extremwetterereignisse in den kommenden Jahren nicht nur häufiger auftreten, sondern auch an Intensität zunehmen werden. Für Unternehmen bedeutet das ein wachsendes Risiko, das eine sorgfältige Risikobewertung und einen ausreichenden Versicherungsschutz umso wichtiger macht.
Bei der VHV werden Anstau- und Rückstauschäden bspw. bei verstopften Dachrinnen oder Gullis, Überschwemmungen gleichgesetzt und sind in der gewerblichen Inhalts- und Gebäudeversicherung versichert. Und dies in sämtlichen Starkregengefährdungsklassen (SGK).
Selbst wenn Regen durch fahrlässig oder grob fahrlässig bei nicht verschlossenen Fenstern oder Dachluken Schäden verursacht, sind diese versichert, weil wir auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit im Schadenfall verzichten.