Versicherungstipp
Ein Interview mit Michael Kolligs, Regionalleiter Vertriebsdirektion Bauwirtschaft
Kann eine Versicherung zur Prozessoptimierung beitragen?
Aus meiner Sicht ein klares „Ja“.
Je größer eine Baustelle ist, desto mehr Beteiligte sind involviert und umso komplexer werden die Abläufe.
Welche Probleme stellt sich bei Bauvorhaben im Vorfeld der Beauftragung von Unternehmen?
In der Regel lassen sich die Auftraggeber eine sogenannte Auftraggeber Bescheinigung über die vorhandene Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung geben.
Was sieht man dort:
Name der Firma, die versicherten Deckungssummen, die Deckungssummenmaximierung und evtl. das Bedingungswerk (und wer kennt den Inhalt?)
Was Sie in der Regel nicht sehen können, aber entscheidend ist:
a) Wie lange sind die Beiträge bezahlt, denn nur so lange besteht Versicherungsschutz.
b) Ist die Firma auch für die Arbeiten versichert, die diese bei Ihnen ausführen soll?
Zu a: Lassen Sie sich Bescheinigungen geben, auf denen der Versicherer bestätigt, wie lange die Police bezahlt ist. Und wenn der Unternehmer monatlich seine Versicherungsprämie zahlt, dann fordern Sie bitte monatlich eine neue Bescheinigung an! Ist dies realistisch? – Nein, denn der Verwaltungsprozess wird lange und aufwendig.
Zu b: Was ist, wenn die Firma bei Ihnen z.B. den Tiefbau ausführt, aber als Hausmeisterservice versichert ist? In welchem Verhältnis steht dann die Haftung zum Versicherungsvertrag?
Und wie komme ich an die Unterlagen von Subunternehmern? Antwort: Keine Chance, denn dazu müssen sie die Subs kennen und dann haben Sie immer noch kein Vertragsverhältnis mit diesen Unternehmen. Also hier haben Sie weiterhin eine „Blackbox“.
Und im Schadenfall?
Wer kennt es nicht: Im Schadensfall will diesen doch keiner verursacht haben. Nehmen wir mal einen Schadensfall aus dem Hochbaubereich. Kurz vor der Fertigstellung sind Risse im Oberputz zu sehen. Wer ist verantwortlich? Der Bodengutachter, der Architekt, der Bauleiter, der Rohbauer oder der Verputzer? Ich glaube jeder Sachkundige kennt dieses Problem. Und dann? Im Schadensfall hier 5 mögliche Verursacher mit X verschiedenen Haftpflichtversicherungsunternehmen. X Gutachter…X Rechtsanwälte…
Dadurch kommt es zu vielen Terminen auf der Baustelle, im Gerichtssaal, per Teams… und das kostet Zeit und Geld und führt zu Bauzeitenverlängerungen.
Und ist der Unternehmer nach der aktuellen Rechtsprechung versichert? Was ist mit Asbestschäden, bauseits bestelltem Material, Mangelbeseitigungsnebenkosten, Drohnen…? Hier kann es im Schadensfall durch veraltete Bedingungen zu Streitigkeiten kommen.
Müssen alle diese Probleme sein, oder kann man solche Prozessschritte vermeiden?
Eine Lösung ist die Baukombiversicherung. Hier sind alle an dem Bauprojekt Beteiligten sowohl Haftpflicht- wie auch Bauleistungsversichert. Von den Bauherren, über die Planer, zum Ausführenden bis hin zum Subunternehmer.
Die Vorteile:
- Alle Beteiligten haben das gleiche Bedingungswerk und die gleichen Deckungssummen
- Kein lästiges Einfordern und Verwalten von Bescheinigungen, da alle in einem Vertrag versichert sind
- Im Schadensfall keine Belastung der eigenen durchlaufenden Versicherungspolicen, da bei den meisten Gesellschaften ein Schadenregress ausgeschlossen ist.
- Minimierte schadenbedingte Bauzeitenverzögerung, da nur ein Versicherer schaut, ob ein Schaden entstanden ist.
Kosten:
Der Versicherungsnehmer (Bauherr, Investor oder GU/GÜ) kann die Prämie anteilig umlegen.
In der Regel entstehen keine Mehrkosten für die Versicherten, denn bei vereinbartem Regressverzicht melden alle Beteiligten Unternehmen und Büros den Umsatz nicht der eigenen Versicherung und somit entsteht keine Doppelversicherung und keine Doppelbelastung.
Daher meine Empfehlung ab einer Bausumme von 3.000.000 Euro: Eine Baukombiversicherung bringt viele Vorteile und spart in Zeiten des Fachkräftemangels Arbeitszeit und Kosten.
Weitere Informationen stehen unter www.vhv-bauexperten.de bereit, oder wenden Sie sich an:
VHV Allgemeine Versicherung AG, Michael Kolligs, mkolligs@vhv.de; Telefon: 069 / 971094-16
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