Fachbegriffe im Überblick

Glossar

Alle Begriffe rund um die Forderungsausfallversicherung

Ablehnung

Ablehnung

Hierunter ist die Ablehnung des Versicherungsschutzes für Forderungen gegen einen Abnehmer bzw. Kunden zu verstehen. Der Versicherer wird den Versicherungsschutz für einen Abnehmer nur dann ablehnen, wenn die Bonität des Abnehmers für das angefragte Kreditlimit nicht ausreichend ist.  

Abnehmer

Abnehmer

Kunde des Versicherungsnehmers, der vertraglich vereinbarte Lieferungen oder Leistungen vom Versicherungsnehmer bezieht und gegen den der Versicherungsnehmer daraus Forderungen geltend machen kann.  

Abnehmerliste

Abnehmerliste

Die Abnehmerliste stellt die Zusammenfassung sämtlicher Abnehmer bzw. Kunden des Versicherungsnehmers dar, die in dem Versicherungsschutz mit den jeweils gültigen Kreditlimiten eingeschlossen sind.

Anbietungsgrenze

Anbietungsgrenze

Die Anbietungsgrenze ist der Betrag, bis zu dessen Höhe Abnehmer bzw. Kunden des Versicherungsnehmers pauschal versichert sind. Die Bonitätsprüfung solcher Abnehmer kann anstatt durch den Kreditversicherer auch durch den Versicherungsnehmer (in der Regel durch Einholen einer Wirtschaftsauskunft) durchgeführt werden. 

Anbietungspflicht

Anbietungspflicht

Der Versicherungsnehmer verpflichtet sich mit dem Versicherungsvertrag alle Forderungen gegen sämtliche Abnehmer bzw. Kunden in die Versicherung einzubeziehen. Ausnahmen von der Anbietungspflicht sind im Versicherungsvertrag zu regeln.  

Antragsstellung

Antragsstellung

Die Beantragung eines Kreditlimits für einen Abnehmer bzw. Kunden erfolgt durch den Versicherungsnehmer über ein Formular im Internetportal des Versicherers oder per Fax, E-Mail oder Post an den Versicherer.

Antragssumme

Antragssumme

Die Antragssumme ist der Betrag, den der Versicherungsnehmer beim Kreditversicherer für die Absicherung von Forderungen gegen seinen Abnehmer bzw. Kunden beantragt.  

AVB WKV

AVB WKV

Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Warenkreditversicherung.  

BaFin

BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die Bundesanstalt mit Sitz in Frankfurt/M. und Bonn hat die Aufgabe, sämtliche Bereiche des Finanzwesens in Deutschland zu kontrollieren.  

Bankauskunft

Bankauskunft

Auskunft durch eine Bank oder Sparkasse, die ein Unternehmen über seinen Abnehmer bzw. Kunden einholen kann. Auch Kreditversicherungen holen Bankauskünfte ein. 

Beitrag

Beitrag

Auf Grundlage der vom Versicherungsnehmer erhaltenen Umsatz- oder Saldenmeldung und des vertraglich vereinbarten Beitragssatzes berechnet der Kreditversicherer den Beitrag bzw. die Prämie.  

​Beitragsrückerstattung

​Beitragsrückerstattung

Vertragsklausel, die die Rückerstattung regelt, wenn ein Versicherungsjahr entweder schadenfrei verlaufen ist oder eine bestimmte Schadenquote nicht überschritten wurde. Der vereinbarte Mindestbeitrag stellt dabei die Untergrenze dar, die auch durch eine Rückerstattung nicht unterschritten werden kann.  

Beitragssatz

Beitragssatz

Der Beitragssatz wird in der Warenkreditversicherung entweder auf den Umsatz oder die Forderungssalden des Versicherungsnehmers bezogen. Er wird vertraglich zwischen Versicherungsnehmer und Kreditversicherer vereinbart. Bei der Kalkulation des Beitragssatzes ist die Abnehmerbranche und -struktur zu berücksichtigen.  

Bonität

Bonität

Unter Bonität versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens oder einer natürlichen Person, Forderungen bzw. Schulden begleichen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit), und die Bereitschaft, diese zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit).

Bonitätsprüfung

Bonitätsprüfung

Prüfung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen oder natürlichen Personen durch Kreditversicherer, Geldinstitute und andere Unternehmen oder Institutionen. Für eine zuverlässige Bonitätsprüfung sind umfangreiche Informationen notwendig. Kreditversicherer und Geldinstitute ziehen daher eine Vielzahl von Informationen (einschließlich der Auswertung der Jahresabschlüsse) für die Bonitätsanalyse heran und aktualisieren diese laufend. Aus der Bonitätsprüfung wird dadurch eine permanente Bonitätsüberwachung.  

Bonus-/Malusregelung

Bonus-/Malusregelung

In Abhängigkeit von der Schadenquote im Versicherungsjahr erhöht bzw. reduziert sich entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen der Beitragssatz der Versicherung.  

Bundesanstalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht

Bundesanstalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit Sitz in Frankfurt/M. und Bonn hat die Aufgabe, sämtliche Bereiche des Finanzwesens in Deutschland zu kontrollieren. Die Bundesbehörde steht dabei unter der Fach- und Rechtsaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen.

Delkredere

Delkredere

Das Risiko eines Forderungsausfalls, das vom Gläubiger oder Kreditgeber zu tragen ist. Die Gefahr liegt dabei in einer Zahlungsunfähigkeit oder auch in einer Zahlungsunwilligkeit des Schuldners.  

Dominoeffekt

Dominoeffekt

Wenn ein Unternehmen durch die Insolvenz eines Abnehmers oder Kunden selbst in Zahlungsschwierigkeiten gerät, spricht man vom sogenannten Dominoeffekt. Viele Insolvenzen sind nicht auf Überschuldung, sondern auf Zahlungsunfähigkeit – entstanden durch diesen Dominoeffekt – zurückzuführen.  

Drohschaden

Drohschaden

Hier ist zu befürchten, dass es zu einem Ausfall einer Forderung (z. B. aufgrund einer sich abzeichnenden Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers bzw. Kunden) kommt.  

Eigentumsvorbehalt

Eigentumsvorbehalt

Unter Eigentumsvorbehalt ist die Übergabe einer beweglichen Sache unter einer aufschiebenden Bedingung zu verstehen. Bei Vereinbarung eines Eigentumsvorbehalts bleibt die gelieferte Ware bis zur vollständigen Bezahlung im Eigentum des Lieferanten. Neben dem einfachen Eigentumsvorbehalt gibt es auch den verlängerten Eigentumsvorbehalt (ermöglicht es einem Zwischenhändler, die Ware weiter zu veräußern) und den erweiterten Eigentumsvorbehalt (sichert neben der sich aus dem konkreten Vertragsverhältnis ergebenden Forderung zusätzlich weitere Forderungen aus der Geschäftsbeziehung ab).

Fabrikationsrisiko

Fabrikationsrisiko

Gefahrenpotenzial, das dadurch entsteht, dass ein Abnehmer bzw. Kunde während der Herstellung einer Ware zahlungsunfähig wird oder seinen Zahlungsverpflichtungen aus anderen Gründen nicht nachkommt. Handelt es sich bei der Ware um Spezialanfertigungen, gibt es für den Hersteller evtl. keine alternative Verwertungsmöglichkeit. Dadurch können erhebliche Forderungsausfälle entstehen.  

Factoring

Factoring

Verkauf von Forderungen, um direkt Zahlungseingänge auch bei erst späterer Forderungsfälligkeit zu realisieren und das Ausfallrisiko einschließlich dessen Überwachung an einen Dritten zu übertragen.  

Faktura

Faktura

Rechnungslegung, Rechnungsstellung.

Forderungausfall­ver­si­che­rung

Forderungausfall­ver­si­che­rung

Gegenstand der Forderungsausfallversicherung/Warenkreditversicherung ist der Schutz vor dem Ausfall von Forderungen aus Warenlieferungen, Werk- und Dienstleistungen.  

Forderungsabtretung

Forderungsabtretung

Übertragung einer Forderung von dem bisherigen Gläubiger auf einen neuen Gläubiger, z. B. an ein Kreditinstitut, um einen Kredit abzusichern.  

Forderungsanerkenntnis

Forderungsanerkenntnis

Möglicher Nachweis des Schadeneintritts in der Kreditversicherung.  

Forderungsmanagement

Forderungsmanagement

Unter Forderungsmanagement versteht man die Verwaltung von Forderungen eines Unternehmens sowie die Gewährung kurzfristiger Kredite für erbrachte Lieferungen und Leistungen (Lieferantenkredite).  

Gedecktes Risiko

Gedecktes Risiko

Bezeichnung für einen Abnehmer bzw. Kunden eines Versicherungsnehmers, wenn die Forderungen des Versicherungsnehmers gegen diesen Abnehmer versichert sind.  

Gefahrerhöhung

Gefahrerhöhung

Umstände, die die Bonität eines Abnehmers bzw. Kunden des Versicherungsnehmers verschlechtern.  

Herabsetzung des Kreditlimits

Herabsetzung des Kreditlimits

Festlegung eines geringeren Kreditlimits, wenn sich z. B. die wirtschaftliche Situation eines Abnehmers bzw. Kunden des Versicherungsnehmers verschlechtert hat.  

Höchstentschädigung

Höchstentschädigung

Die Höchstentschädigung wird vertraglich entweder als ein Vielfaches des Jahresbeitrags oder als absoluter Betrag vereinbart. Sie ist die maximale Entschädigungsleistung aus einem Kreditversicherungsvertrag für ein Versicherungsjahr.  

ICISA

ICISA

International Credit Insurance & Surety Association. Verband der Kreditversicherer mit Sitz in London. Mitglieder des Verbands sind Versicherungsgesellschaften aus den Industrieländern, die das Versicherungsgeschäft in den Sparten Warenkreditversicherung, Bürgschaften/Garantien und Vertrauensschadenversicherung betreiben oder sich auf Ausschnitte des Geschäfts, wie z. B. die Rückversicherung, konzentrieren.  

Inkasso

Inkasso

Unter Inkasso versteht man die mit dem Einzug von Forderungen verbundenen Maßnahmen. 

Insolvenz

Insolvenz

Zahlungsunfähigkeit. Bezeichnet die Situation eines Schuldners, seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht nachkommen zu können. Kennzeichen der Insolvenz eines Schuldners sind drohende Zahlungsunfähigkeit (fehlende Liquidität), akute Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.  

Insolvenzordnung

Insolvenzordnung

Die Insolvenzordnung (InsO) regelt in Deutschland das Insolvenzverfahren als spezielles Verfahren der Zwangsvollstreckung, das darauf ausgerichtet ist, die Gläubiger eines zahlungsunfähigen Schuldners gleichmäßig zu befriedigen. Die Insolvenzordnung trat am 01.01.1999 in Kraft und ersetzte die bis dahin gültige Konkursordnung.  

Investitionsgüterkredit­ver­si­che­rung

Investitionsgüterkredit­ver­si­che­rung

Die Investitionsgüterkreditversicherung (IKV) ist eine spezielle Variante der Warenkreditversicherung. Sie schützt vor den Folgen eines Forderungsausfalls bei der Lieferung von Investitionsgütern wie Maschinen, Anlagen, Schiffen etc. Mit der IKV können Warenlieferungen im In- und Ausland versichert werden. Wie auch die Warenkreditversicherung deckt die IKV nur das wirtschaftliche Risiko ab. Politische Risiken können über die Exportgarantien der Bundesrepublik Deutschland abgesichert werden.  

Kau­tions­ver­si­che­rung

Kau­tions­ver­si­che­rung

Die Kautionsversicherung (KTV) ist ein Versicherungszweig der Kreditversicherung, die die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen durch eine Versicherung zum Inhalt hat.  

Kreditlimit

Kreditlimit

Das Kreditlimit stellt den maximal versicherten Forderungsbetrag des Versicherungsnehmers gegen einen seiner Abnehmer bzw. Kunden dar. Zum Beispiel sind bei einem Kreditlimit von 100.000 EUR auf einen Abnehmer Forderungen des Versicherungsnehmers gegen diesen Abnehmer bis maximal 100.000 EUR versichert.  

Kreditmitteilung

Kreditmitteilung

Die Antwort des Kreditversicherers auf den Kreditlimitantrag des Versicherungsnehmers, die dokumentiert, ob und in welcher Höhe der Kreditversicherer die Forderungen des Versicherungsnehmers gegen einen seiner Abnehmer bzw. Kunden versichert.  

Kreditprüfung

Kreditprüfung

Prüfung der Kreditwürdigkeit bzw. Bonität von Unternehmen oder natürlichen Personen durch Kreditversicherer, Kreditinstitute und andere Unternehmen oder Institutionen. Für eine zuverlässige Kreditprüfung sind umfangreiche Informationen notwendig. Kreditversicherer ziehen eine Vielzahl von Informationen für die Kreditprüfung heran und aktualisieren diese turnusmäßig bzw. bei Vorliegen neuer Informationen. Dadurch wird aus der Kreditprüfung eine permanente Kreditüberwachung.

Kreditprüfungsgebühren

Kreditprüfungsgebühren

Anteil der Kosten an der Kredit- bzw. Bonitätsprüfung, den das versicherte Unternehmen trägt. Die Kosten werden in der Regel durch den Kreditversicherer für die Erstprüfung und die anschließenden Folgeprüfungen erhoben.  

Kredit­ver­si­che­rung

Kredit­ver­si­che­rung

Die Kreditversicherung im engeren Sinne, auch als Warenkreditversicherung oder Forderungsausfallversicherung bezeichnet, schützt Unternehmen vor den finanziellen Risiken eines Zahlungsausfalls ihrer Abnehmer bzw. Kunden bei Warenlieferungen, Werk- oder Dienstleistungen. Kreditversicherungen im weiteren Sinne sind auch die Kautionsversicherung und Vertrauensschadenversicherung. 

Kreditziel

Kreditziel

Unter Kreditziel ist die Zahlungsfrist oder der Ablauftermin der Zahlungsfrist zu verstehen, die der Versicherungsnehmer dem Abnehmer bzw. Kunden für die Zahlung eingeräumt hat, z. B. 30, 60 oder 120 Tage.  

Kreditzielüberschreitung

Kreditzielüberschreitung

Eine Kreditzielüberschreitung liegt vor, wenn ein Abnehmer bzw. Kunde nicht innerhalb des vereinbarten Kreditziels gezahlt hat. Wenn eine Kreditzielüberschreitung eintritt oder erkennbar ist, dass ein Abnehmer das Kreditziel nicht einhält, ist der Kreditversicherer durch den Versicherungsnehmer hierüber sofort zu informieren. 

Lieferantenkredit

Lieferantenkredit

Der Lieferantenkredit, auch Warenkredit genannt, ist ein kurzfristiger Kredit, den ein Lieferant seinem Abnehmer bzw. Kunden durch Gewährung eines Zahlungsziels für die Bezahlung seiner Lieferung oder Leistung einräumt. Als Sicherung des Lieferantenkredits wird zwischen Lieferant und Abnehmer häufig ein Eigentumsvorbehalt vereinbart.  

Maximales Kreditziel

Maximales Kreditziel

Im Versicherungsvertrag wird entsprechend den üblichen Zahlungsvereinbarungen des Versicherungsnehmers mit seinen Abnehmern bzw. Kunden ein maximales Kreditziel festgelegt. Sie ist eine Vereinbarung zwischen dem Kreditversicherer und dem Versicherungsnehmer zur Regelung der maximalen Dauer, die der Versicherungsnehmer seinen Abnehmern als Zahlungsziel einräumt.  

Meldefrist für Schäden

Meldefrist für Schäden

Schäden sind innerhalb der im Versicherungsvertrag vereinbarten Frist vom Versicherungsnehmer an den Kreditversicherer zu melden.  

Meldung zur Beitragsberechnung

Meldung zur Beitragsberechnung

Umsatz- oder Saldenmeldungen sind dem Versicherer vom Versicherungsnehmer innerhalb der im Versicherungsvertrag vereinbarten Frist zu übermitteln. Heute sind bei Kreditversicherungs­verträgen jährliche Umsatz- oder Saldenmeldungen üblich. Abweichend davon sind bei vielen bestehenden Vertragsmodellen monatliche Meldungen vorgesehen. 

Mindestbeitrag

Mindestbeitrag

Unabhängig vom tatsächlich zu zahlenden Jahresbeitrag wird ein Mindestbeitrag vereinbart, der vom Versicherungsnehmer pro Jahr mindestens zu zahlen ist. In der Regel übersteigt der tatsächlich zu zahlende Jahresbeitrag den Mindestbeitrag.  

Nicht ver­si­che­rung­sfähiges Risiko

Nicht ver­si­che­rung­sfähiges Risiko

Die Einräumung von Versicherungsschutz ist z. B. nicht möglich für Forderungsausfälle aufgrund von Krieg, Streik oder gegen Abnehmer bzw. Kunden, an denen der Versicherungsnehmer mittelbar oder unmittelbar mehrheitlich beteiligt ist. 

Nichtzahlungstatbestand

Nichtzahlungstatbestand

Bei vertraglicher Vereinbarung des Nichtzahlungstatbestands, auch als Protracted Default bezeichnet, tritt der Versicherungsfall nicht erst bei Insolvenz des Abnehmers bzw. Kunden ein, sondern schon bei Zahlungsverzug.   

Obliegenheiten

Obliegenheiten

Obliegenheiten stellen Pflichten des Versicherungsnehmers aus dem Versicherungsvertrag oder dem Versicherungsvertragsgesetz dar. Beim Versicherungsvertrag ergeben sich die Obliegenheiten in der Regel aus den Versicherungsbedingungen.  

Obliegenheitsverletzungen

Obliegenheitsverletzungen

Eine Obliegenheitsverletzung liegt vor, wenn ein Versicherungsnehmer seinen vertraglich vereinbarten Pflichten nicht nachkommt. Zum Beispiel sind Überfälligkeitsmeldungen wesentlicher Bestandteil der Bonitätsüberwachung von Abnehmern. Wenn ein Versicherungsnehmer seinem Kreditversicherer nicht mitteilt, dass ein Abnehmer ein Kreditziel überschreitet, gefährdet er die Bonitätsüberwachung des Abnehmers auch gegenüber anderen Versicherungsnehmern und begeht eine Obliegenheitsverletzung. Im Schadenfall kann durch eine Obliegenheitsverletzung der Versicherer von der Leistungspflicht befreit sein.  

OECD

OECD

Organisation for Economic Cooperation and Development – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Internationale Organisation von entwickelten Industriestaaten, zwischen denen ein Großteil des internationalen Handels und Güterverkehrs abgewickelt wird.

Pauschalteil

Pauschalteil

Abnehmer bzw. Kunden des Versicherungsnehmers, die dem Kreditversicherer nicht namentlich benannt werden müssen und pauschal versichert sind. Die Bonitätsprüfung solcher Abnehmer kann anstatt durch den Kreditversicherer auch durch den Versicherungsnehmer durchgeführt werden.  

Politisches Risiko

Politisches Risiko

Sammelbegriff für wirtschafts-, sozial- und allgemeinpolitische Gefahrumstände, wie z. B. Krieg, Bürgerkrieg, innere Unruhen, Boykott, Embargo oder Blockade, Streik, Aussperrung, Beschlagnahme, Zahlungsverbots- oder Transferrisiko.  

Prämie

Prämie

Auf Grundlage der vom Versicherungsnehmer gemeldeten Umsätze oder Forderungssalden und des vertraglich vereinbarten Beitragssatzes berechnet der Kreditversicherer die Prämie bzw. den Beitrag.  

Prämienrückvergütung

Prämienrückvergütung

Vertragsklausel, die die Rückerstattung von Beiträgen regelt, wenn ein Versicherungsjahr entweder schadenfrei verlaufen ist oder eine bestimmte Schadenquote nicht überschritten wurde. Die vereinbarte Mindestprämie stellt dabei die Untergrenze dar, die auch durch eine Rückvergütung nicht unterschritten werden kann.  

Prämiensatz

Prämiensatz

Der Prämiensatz, der in der Warenkreditversicherung entweder auf den Umsatz oder die Forderungssalden bezogen wird, ist vertraglich zwischen Versicherungsnehmer und Kreditversicherer zu vereinbaren. Bei der Kalkulation des Prämiensatzes wird z.B. die Abnehmerbranche und -struktur berücksichtigt.  

Protracted Default

Protracted Default

Bei Vereinbarung des Protracted Default, auch als Nichtzahlungstatbestand bezeichnet, tritt der Versicherungsfall nicht erst bei Insolvenz des Abnehmers bzw. Kunden ein, sondern schon bei Zahlungsverzug.  

Prüfungsgebühr

Prüfungsgebühr

Anteil der Kosten an der Kredit- bzw. Bonitätsprüfung, den der Versicherungsnehmer trägt. Die Kosten werden in der Regel durch den Kreditversicherer für die Erstprüfung und die anschließenden Folgeprüfungen erhoben.  

Rating

Rating

Ein Rating stellt im Finanzwesen die Einschätzung der Bonität eines Schuldners dar. Ratings werden durch Kreditinstitute, Kreditversicherer sowie eigens hierauf spezialisierte Ratingagenturen in Form von Ratingcodes von AAA (bonitätsmäßig erstklassiger Schuldner) bis D (bonitätsmäßig zweifelhafter Schuldner) vergeben. 

Reduzierung

Reduzierung

Herabsetzung des Kreditlimits, wenn sich z. B. die wirtschaftliche Situation eines Abnehmers bzw. Kunden des Versicherungsnehmers verschlechtert hat oder der Versicherungsnehmer das Kreditlimit in der bisherigen Höhe nicht mehr benötigt.  

Risikoabhängiger Beitragszuschlag

Risikoabhängiger Beitragszuschlag

Ein risikoabhängiger Beitragszuschlag wird vom Kreditversicherer in der Regel bei Übernahme von hohen Einzelrisiken (sogenannte "Special Lines") erhoben.

Salden

Salden

Offene Forderungen bzw. offene Posten von Unternehmen.  

Saldenabtretung

Saldenabtretung

Übertragung einer Forderung von dem bisherigen Gläubiger auf einen neuen Gläubiger, z. B. an ein Kreditinstitut, um einen Kredit abzusichern.  

Saldenmeldung

Saldenmeldung

Meldung des Versicherungsnehmers an den Kreditversicherer über seine offenen Forderungen. Der Versicherer benötigt diese Information, um den Beitrag berechnen zu können, sofern der Versicherungsvertrag die Abrechnung auf Grundlage der Forderungssalden und nicht auf Basis des Umsatzes des Versicherungsnehmers vorsieht.  

Schaden

Schaden

Ein Schaden in der Warenkreditversicherung liegt vor, wenn der Versicherungsfall eingetreten ist bzw. zu erwarten ist. Der Versicherungsfall ist gegeben, wenn feststeht, dass ein Abnehmer bzw. Kunde zahlungsunfähig ist oder der Nichtzahlungstatbestand (Zahlungsunwilligkeit des Abnehmers) vorliegt.  

Schadenquote

Schadenquote

Die Schadenquote ist die Relation aus den im laufenden Versicherungsjahr ausgezahlten Entschädigungen zu dem gezahlten Versicherungsbeitrag.

Schadenunterlagen

Schadenunterlagen

Unterlagen, die für den Versicherer für die Prüfung des Versicherungsschutzes notwendig sind, wie z.B. das vollständig ausgefüllte Schadenmeldeformular und Kopien der überfälligen Rechnungen.  

Schutz vor For­de­rungs­aus­fall

Schutz vor For­de­rungs­aus­fall

Bei der Warenkreditversicherung ist der Ausfall von Forderungen bei Warenlieferungen, Werk- oder Dienstleistungen Gegenstand des Versicherungsschutzes. Deshalb hat sich in den letzten Jahren immer mehr der Begriff Forderungsausfallversicherung für die Versicherungssparte etabliert.  

Selbst­be­tei­li­gung

Selbst­be­tei­li­gung

Die Selbstbeteiligung, auch als Selbstbehalt bezeichnet, ist der Teil an einem Forderungsausfall, den der Versicherungsnehmer zu tragen hat.  

Teilannahme

Teilannahme

Eine Teilannahme liegt vor, wenn der Kreditversicherer nur einen Teilbetrag des beantragten Kreditlimits versichert.

Überfällige Forderung

Überfällige Forderung

Eine überfällige Forderung liegt vor, wenn ein Abnehmer bzw. Kunde das vertraglich vereinbarte Zahlungsziel nicht einhält.  

Überfälligkeitsmeldung

Überfälligkeitsmeldung

Wenn ein Abnehmer bzw. Kunde nicht innerhalb des Kreditziels gezahlt hat bzw. erkennbar ist, dass ein Abnehmer das Kreditziel nicht einhält, ist der Kreditversicherer durch den Versicherungsnehmer in Form einer Überfälligkeitsmeldung hierüber sofort zu informieren.

Umsatzmeldung

Umsatzmeldung

Meldung des Versicherungsnehmers an den Kreditversicherer über die getätigten Umsätze. Der Versicherer benötigt diese Information, um den vertraglich vereinbarten Beitrag berechnen zu können.  

Unbenannter Teil

Unbenannter Teil

Abnehmer bzw. Kunden des Versicherungsnehmers, die dem Kreditversicherer nicht namentlich benannt werden müssen und pauschal versichert sind. Die Bonitätsprüfung solcher Abnehmer kann anstatt durch den Kreditversicherer auch durch den Versicherungsnehmer (in der Regel durch Einholen einer Wirtschaftsauskunft) durchgeführt werden.  

Ver­si­che­rungs­schutz

Ver­si­che­rungs­schutz

Der Versicherungsschutz der Warenkreditversicherung erstreckt sich auf Forderungen aus Warenlieferungen, Werk- und Dienstleistungen, die durch Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunwilligkeit versicherter Abnehmer bzw. Kunden während der Laufzeit des Versicherungsvertrages nicht bezahlt werden.

Ver­si­che­rungs­fall

Ver­si­che­rungs­fall

Ein Versicherungsfall in der Warenkreditversicherung liegt vor, wenn feststeht, dass ein Abnehmer bzw. Kunde zahlungsunfähig ist oder der Nichtzahlungstatbestand (Zahlungsunwilligkeit des Abnehmers) gegeben ist.  

Ver­si­che­rung­snehmer

Ver­si­che­rung­snehmer

Der Versicherungsnehmer (VN) ist der Vertragspartner des Warenkreditversicherers. 

Ver­si­che­rung­squote

Ver­si­che­rung­squote

Die Versicherungsquote ist der versicherte Teil eines Forderungsausfalls, der von dem Kreditversicherer im Schadenfall bezahlt wird.  

Ver­si­che­rungs­sum­me

Ver­si­che­rungs­sum­me

Die Versicherungssumme stellt den maximal versicherten Forderungsbetrag des Versicherungsnehmers gegen einen seiner Abnehmer bzw. Kunden dar. Zum Beispiel sind bei einer Versicherungssumme auf einen Abnehmer von 100.000 EUR Forderungen des Versicherungsnehmers gegen diesen Abnehmer bis maximal 100.000 EUR versichert. 

Vertrauensschaden­ver­si­che­rung

Vertrauensschaden­ver­si­che­rung

Die Vertrauensschadenversicherung schützt Unternehmen vor den finanziellen Risiken eines Vertrauensmissbrauchs durch eigene Mitarbeiter.

Vordeklaration

Vordeklaration

Unter Vordeklaration ist die Vorprüfung von Daten und Fakten des potenziellen Versicherungsnehmers und seiner Abnehmer bzw. Kunden zu verstehen, auf deren Grundlage das Angebot zur Warenkreditversicherung erstellt wird. 

Vorläufige Annahme

Vorläufige Annahme

Die vorläufige Zusage des Kreditversicherers, die Forderung des Versicherungsnehmers gegenüber einem Abnehmer bzw. Kunden zunächst zu einem Teil des beantragten Kreditlimits zu versichern. Eine endgültige Entscheidung des Kreditversicherers folgt.  

VVG

VVG

Abkürzung für Versicherungsvertragsgesetz.

Warenkredit­ver­si­che­rung

Warenkredit­ver­si­che­rung

Gegenstand der Warenkreditversicherung (WKV), die auch als Forderungsausfallversicherung bezeichnet wird, ist der Schutz vor Ausfall oder verspäteter Zahlung von Forderungen aus Warenlieferungen, Werk- und Dienstleistungen aufgrund von Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunwilligkeit. 

Wirtschaftsauskunft

Wirtschaftsauskunft

Bonitätsauskunft, die sich ein Lieferant über seine Abnehmer bzw. Kunden einholt. Auskünfte werden von Kreditversicherungen oder Wirtschafts­auskunfteien zur Verfügung gestellt. 

Zahlungsunfähigkeit

Zahlungsunfähigkeit

Die Zahlungsunfähigkeit ist gegeben,

  • wenn ein gerichtliches Insolvenzverfahren eröffnet oder dessen Eröffnung vom Gericht mangels Masse abgewiesen worden ist,
  • wenn die Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes vom Insolvenzgericht festgestellt worden ist,
  • wenn mit sämtlichen Gläubigern ein außergerichtlicher Liquidations- oder Quotenvergleich zustande gekommen ist
  • oder eine vom Versicherungsnehmer beantragte Maßnahme der Einzelzwangsvollstreckung in das Vermögen des Abnehmers nicht zur vollen Befriedigung geführt hat.

Zahlungsziel

Zahlungsziel

Als Zahlungsziel bezeichnet man die von einem Unternehmen seinem Abnehmer bzw. Kunden eingeräumte Frist zur Bezahlung einer Rechnung. 

Zusage

Zusage

Unter einer Zusage ist zu verstehen, dass der Kreditversicherer das vom Versicherungsnehmer beantragte Kreditlimit für Forderungen gegen einen seiner Abnehmer bzw. Kunden annimmt.
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