Sicher unterwegs im Straßenverkehr

Das Rechtsfahrgebot
- so funktioniert es!

Frischen Sie
die Basics im
Straßenverkehr
ganz einfach auf!

Liegt die Führerscheinprüfung bereits Jahre zurück, sind wichtige theoretische Verhaltensregeln teilweise in Vergessenheit geraten. Wie viel Sicherheitsabstand sollten Sie zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten? Wann müssen Sie den Schulterblick anwenden? Wie bilden Sie eine Rettungsgasse? Wir helfen Ihnen dabei, das theoretische Wissen zügig aufzufrischen – zu Ihrer eigenen Sicherheit.

Diese Regeln sollten Sie kennen

1. Bremsen und Beschleunigen

Sind Sie mit dem Auto unterwegs, ist das Bremsen und Beschleunigen für Ihre und die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer von großer Bedeutung. Sind Sie zu schnell und verlieren die Kontrolle oder bremsen unkontrolliert, kommt es leicht zu Unfällen.

  • Sie dürfen nur so schnell fahren, dass Sie ständig die Kontrolle über das Fahrzeug haben.
  • Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten anzupassen.
  • Ohne besonderen Grund darf nicht so langsam gefahren werden, dass der Verkehrsfluss behindert wird (§ 3 Absätze 1 und 2 Straßenverkehrsordnung (StVO)).
  • Bei einer hohen Beschleunigung verlieren Sie schnell den Überblick über die gesamte Verkehrslage.
  • Das Bremsen darf nicht missbraucht werden. Bei einem normalen Verkehrsfluss können abrupte Bremsmanöver, die nicht unbedingt notwendig sind, zu Auffahrunfällen führen. Kommt es zu einem Unfall, kann die Hauptschuld beim bremsenden Auto liegen.

Immer mehr Fahrer profitieren durch eine angemessene Fahrweise auch bei ihrer Versicherung: Fahren Sie umsichtiger, ist das nicht nur für Ihre Sicherheit besser. Sie haben dadurch auch die Chance auf Beitragsrabatte. Wir bieten Ihnen dazu VHV TELEMATIK-GARANT an. Damit können Sie bis zu 30 Prozent sparen und haben zusätzlich noch weitere Vorteile wie den Pannenservice und eine Diebstahlwarnung.

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Tipp

Im Winter kann es bei Niederschlägen zu Blitzeis kommen. Fahren Sie besonders in der kalten Jahreszeit immer vorausschauend!

2. Sicherheitsabstand

Ein ausreichender Abstand zum vorausfahrenden Auto ermöglicht es Ihnen, den Überblick über die Verkehrssituation zu behalten. Im Notfall sind wenige Sekunden und eben dieser Abstand entscheidend, um rechtzeitig zu reagieren, bremsen oder auszuweichen. Fehlt Ihnen diese Reaktionszeit, kann eine falsche Entscheidung nicht nur für Sie, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden.

  • Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug muss mindestens so groß sein, dass bei einer plötzlichen Bremsung immer noch hinter ihm gehalten werden kann (§ 4 StVO).
  • Innerhalb der Ortschaft ist der Abstand die Strecke, die innerhalb einer Sekunde zurückgelegt wird (entspricht ungefähr 15 Meter – drei Autolängen – bei 50 km/h).
  • Außerhalb der Ortschaft erhöht sich der Abstand auf zwei Sekunden (entspricht ungefähr 70 Meter bei 120 km/h).
  • Orientieren Sie sich an den Leitpfosten am Straßenrand, die in Deutschland mit einem Abstand von 50 Metern aufgestellt sind. Als grobe Faustregel kann auch der halbe Tachostand dienen.
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Tipp

Achten Sie nicht nur auf das Fahrzeug vor Ihnen, sondern auf mehrere Autos voraus. Sehen Sie durch die Heckscheiben bereits einen Fahrer bremsen, können Sie rechtzeitig reagieren. Je größer der Sicherheitsabstand, desto besser ist Ihre Sicht auf das Gesamtgeschehen.

3. Blinken

Unabhängig davon, wohin Sie fahren – ohne abzubiegen kommen Sie Ihrem Ziel vermutlich nicht näher. Dabei ist es wichtig, dass Sie dies den anderen Verkehrsteilnehmern durch das Blinken frühzeitig anzeigen. Gerade im Kreisverkehr wird der Verkehrsfluss durch den Verzicht auf das Blinken enorm aufgehalten. Durch falsches oder kein Blinken kann es beim Abbiegen an Kreuzungen sogar zu gefährlichen Situationen und Unfällen kommen.

  • Wenn Sie abbiegen möchten, ist das rechtzeitig und deutlich anzukündigen. Dafür müssen Sie die Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker) benutzen (§ 9 Absatz 1 StVO).
  • Biegen Sie nach rechts ab, ist besonders auf Radfahrer und Fußgänger zu achten, da diese beim Überqueren der Straße Vorfahrt haben (Schulterblick nicht vergessen).
  • Ordnen Sie sich, je nachdem wohin Sie abbiegen möchten, entsprechend frühzeitig in die jeweilige Richtung ein und verdeutlichen Sie dies den anderen Verkehrsteilnehmern durch das Blinken.
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Tipp

Wenn Sie von der Autobahn abfahren, sollten Sie sich etwa 500 Meter vor der Ausfahrt auf der rechten Spur einordnen, ab 300 Meter (dreistreifige Ankündigungsbake) blinken und erst auf dem Verzögerungsstreifen bremsen.

4. Überholen

Tagtäglich finden Sie sich im Straßenverkehr in Situationen wieder, in denen Sie überholen müssen. Hier greift die Gewohnheit: Blinker setzen, Autos sowie Radfahrer und Fußgänger im Blick behalten, überholen, zurückblinken und die Spur wieder wechseln. Besonders beim Einordnen und dem Spurwechsel auf der Autobahn ist der Schulterblick wichtig. Dabei geht es um eine doppelte Absicherung der Situation und um die Vermeidung des toten Winkels.

  • Vor dem Abbiegen und Einordnen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten (§ 9 Absatz 1 StVO).
  • Im Gesetz wird der Begriff des „Schulterblickes“ nicht eindeutig aufgeführt.
  • Um die Sicherheit deutlich zu erhöhen, ist eine zusätzliche Absicherung durch den Schulterblick unabdingbar.
  • Grundsätzlich muss links überholt werden. Ausnahmen sind das Fahren innerhalb geschlossener Ortschaften bei mehreren Spuren: Bei einem Fahrzeug, das sich links einordnet oder wenn der Verkehr auf der linken Spur langsamer verläuft als auf der rechten.

Die Deutsche Verkehrswacht zum Überholen von Radfahrern

„Die Straßenverkehrsordnung und verschiedene Gerichtsurteile geben vor, wieviel Platz zum Rad bleiben muss: mindestens 1,5 Meter!“

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Tipp

Wenn Sie auf einer Landstraße überholen, ist auch die Länge des zu überholenden Fahrzeuges entscheidend. Bei einem LKW etwa sollten Sie mindestens 500 Meter freie Sicht haben, um sicher überholen zu können.

5. Rechtsfahrgebot

In Deutschland gilt das Rechtsfahrgebot. Solange nur eine Spur pro Fahrseite vorhanden ist, gibt es keine Probleme. Was ist aber zu beachten, wenn Sie auf der Autobahn oder auf Bundesstraßen mit zwei oder drei Spuren fahren?

  • Alle Fahrzeuge müssen von zwei Fahrbahnen die rechte benutzen, die Seitenstreifen sind kein Bestandteil der Fahrbahn. Vor allem bei Unübersichtlichkeit, Kurven, Kuppen und Gegenverkehr ist immer möglichst weit rechts zu fahren (§ 2 Absätze 1 und 2 StVO).
  • Auf der Autobahn muss grundsätzlich rechts gefahren werden. Das gilt auch, wenn es drei Spuren gibt.
  • Die mittlere Spur darf nur durchgängig befahren werden, wenn rechts hin und wieder ein Fahrzeug fährt (§ 7 Absatz 3c StVO).
  • Sollten Sie eine Spur unrechtmäßig blockieren und somit den Verkehrsfluss behindern oder sogar gefährden, müssen Sie mit einem Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.
  • Innerorts gilt das Rechtsfahrgebot bei Fahrzeugen bis 3,5t nicht und rechts darf schneller als links gefahren werden (§ 7 Absatz 3 StVO).
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Tipp

Um einen ständigen Spurwechsel auf der Autobahn zu vermeiden, dürfen Sie auf der mittleren Spur weiterfahren. Jedoch nur dann, wenn Sie beabsichtigen, einen weiteren Fahrer auf der rechten Fahrbahn zu überholen.

6. Reißverschlussverfahren

Kommt es vor einer Baustelle auf Landstraßen oder auf Autobahnen zum Ende einer Fahrbahn, muss die Spur gewechselt werden. Viele Verkehrsteilnehmer ordnen sich dabei dem Reißverschlussverfahren nicht unter und lassen keines der wechselnden Autos einfahren.

  • Ist die Weiterfahrt auf einer Spur nicht mehr möglich, muss die Überfahrt auf den benachbarten Streifen so ermöglicht werden, dass sich die Fahrzeuge unmittelbar vor der Verengung abwechselnd auf den freien Fahrstreifen einordnen (§ 7 Absatz 4 StVO).
  • Durch diese Regelung sollen lange Staus verhindert werden.
  • Fahren Sie immer bis zum Ende der Spur, denn durch frühzeitiges Wechseln wird der Verkehrsfluss behindert. Selbstverständlich sollten Sie am Ende der Fahrbahn nicht drängeln. Alle Verkehrsteilnehmer sollten aufeinander achten und sich gesittet verhalten.
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Tipp

In der Praxis können Sie sich folgende Faustregel zur Orientierung merken: Je nach Verkehrsfluss den Wechsel auf der Autobahn ab 200 Meter vor Ende der Spur einleiten, auf der Landstraße 100 Meter und innerhalb der Ortschaft 50 Meter.

7. Vorfahrtsregelungen

Durch Schilder, Ampeln, Polizisten oder die Regel „Rechts vor Links“ wird das Vorfahrtsrecht geregelt. Sind Sie sich aber an jeder Stelle im Straßenverkehr sicher, wer nun Vorfahrt hat? Genau dieses Problem führt häufig zu Unfällen, die bei Beachtung der Vorfahrtsregelungen vermieden werden könnten.

  • An Kreuzungen und Einmündungen haben die Autofahrer die Vorfahrt, die von rechts kommen. Das gilt nicht, wenn die Vorfahrt durch Verkehrszeichen geregelt ist oder für Fahrzeuge, die von einem Feld- oder Waldweg auf eine andere Straße kommen (§ 8 Absatz 1 StVO).
  • Sie haben keine Vorfahrt, wenn Sie über einen abgesenkten Bordstein in eine Straße fahren.
  • Kommen Sie an eine Kreuzung mit mehreren Verkehrsteilnehmern, müssen sich die Fahrer einigen. Geben Sie dem Fahrzeug links von Ihnen ein Handzeichen, verzichten Sie dadurch auf Ihr Vorfahrtsrecht.
  • Auf einer abknickenden Vorfahrtsstraße haben Sie Vorfahrt. Folgen Sie dem Verlauf, ist das dennoch durch Blinken anzuzeigen.

Die Deutsche Verkehrswacht sagt:

„Fahren Sie immer vorausschauend und bremsbereit. Rechnen Sie immer mit dem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer und verzichten Sie im Zweifel auf Ihr Recht.“

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Tipp

Fahren Sie von einer verkehrsberuhigten Straße – etwa einer Spielstraße – auf eine Hauptstraße, müssen Sie den Verkehrsteilnehmern auf der Hauptstraße Vorfahrt gewähren.

8. Rettungsgasse

Leider gibt es fast täglich schwere Unfälle auf den Autobahnen, die zu Staus führen. Vergessen Sie daher nicht, die lebensrettende Rettungsgasse zu bilden. Denken Sie daran: Es könnte auch Ihre eigene Familie oder Freunde betreffen. Kommen die Notärzte und Feuerwehren zu spät zum Unfallort, kann den Opfern im schlimmsten Fall nicht mehr rechtzeitig geholfen werden.

  • Sobald es bei Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen in einer Richtung zu stockendem Verkehr oder Stillstand kommt, müssen die Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizeiautos, Krankenwagen und Notärzten eine freie Gasse bilden.
  • Diese wird immer zwischen dem äußeren linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen gebildet (§ 11 Absatz 2 StVO).
  • Halten Sie sich nicht an diese Pflicht, müssen Sie mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen.
  • Der Standstreifen muss für Rettungsfahrzeuge befahrbar bleiben.

Die Deutsche Verkehrswacht appelliert:

„Fangen Sie nicht erst damit an, wenn der Verkehr bereits zum Stillstand gekommen ist oder die Einsatzfahrzeuge direkt hinter Ihnen stehen. Jede Minute Verzögerung kann in diesem Falle Leben kosten!“

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Tipp

Nach der Durchfahrt die Gasse nicht wieder schließen oder gar befahren: Es ist wahrscheinlich, dass weitere Rettungs- oder Abschleppfahrzeuge folgen.

Nehmen Sie sich diese Regeln zu Herzen

Trotz jahrelanger Erfahrung kann es auch den besten Autofahrern passieren, dass grundlegende Basics im Straßenverkehr in Vergessenheit geraten. Diese Fehler werden schnell zur Gewohnheit und man verlässt sich auf seine Erfahrung.

Für Ihre eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer ist es daher umso wichtiger, sie sich regelmäßig ins Gedächtnis zu rufen. Dadurch werden Unfälle vermieden und Sie kommen sicher an Ihr Ziel.

Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt!
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