Schutz vor Hagelschäden
Wie Sie Ihr Hab und Gut optimal absichern, erfahren Sie hier.

Putz splittert, Rollläden zerbersten und jede Menge Glas bricht: Hagel ist das wohl risikoreichste Naturereignis. Denn es entstehen nicht nur Schäden beim Aufprall der Körner. Auch eine anschließende Durchfeuchtung schadet Materialien und Inventar.
Enorme Schäden an Häusern
Zahlreiche Videos und Schadenberichte aus dem Jahr 2019 machen deutlich: Hagel hat eine besondere Durchschlagskraft – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Oftmals tritt Hagel mit starken Stürmen auf, was bedeutet, dass die Hagelkörner noch einmal beschleunigt unterwegs sind. Faustgroße Löcher in Fassaden und Dächern können die Folge sein und gerade an empfindlichen Solar-Technologien entstehen große Schäden. Dabei gilt selbstverständlich: Je größer die Hagelkörner, desto größer der Schaden.
Hausrat bleibt nicht immer im Trockenen
Auch nicht zu unterschätzen: Starker Hagel kann im ungünstigsten Fall Dachfenster, Planen und Co. durchschlagen. Das Unwetter tobt dann ganz schnell auch im Inneren eines Hauses, verwüstet Einrichtungsgegenstände und durchfeuchtet das Inventar.
Tipp: Nach einem Hagelereignis sollten Dach, Fenster, Rollläden und die Fassade möglichst zeitnah auf sichtbare Schäden überprüft werden. Dokumentieren Sie Beschädigungen am Besten mit Fotos. So lassen sich Folgeschäden durch eindringende Feuchtigkeit oft vermeiden und mögliche Schadenmeldungen erleichtern.
Prävention durch bauliche Maßnahmen
Insbesondere, wenn Sie gerade bauen wollen oder mit dem Gedanken spielen, Ihr Gebäude zu sanieren oder umzubauen, achten Sie am besten darauf, den Hausbau gleich so zu planen, dass Hagelschäden weniger schnell entstehen können. Es gibt nämlich durchaus Baumaterialien, die sich als widerstandsfähig gegen Hagel erwiesen haben, dazu zählt auch hagelresistentes Glas. Auch für Solaranlagen gibt es Schutzmembranen. Gerade in Regionen, in denen es häufiger zu starken Unwettern kommt, können somit viele Schäden verhindert werden. Wir raten Ihnen deshalb, sich bei Ihrem Bauunternehmen oder Handwerker über die Möglichkeiten zu informieren.
Sollten Rollläden bei Hagel hoch- oder heruntergefahren werden?
Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer schließen bei einer Hagelwarnung reflexartig ihre Rollläden. Die Annahme dahinter: Die Fenster werden dadurch besser vor Hagelschäden geschützt. Tatsächlich lässt sich diese Situation jedoch differenzierter betrachten.
Die Fenster spielen eine wichtige Rolle
Bei der Einschätzung des Hagelrisikos wird häufig übersehen, wie widerstandsfähig moderne Fenster heute sind. Neue Zwei- oder Dreifachverglasungen können gewöhnliche Hagelereignisse oft ohne Schäden überstehen. Ältere Fenster oder Verglasungen mit bereits vorhandenen Schäden reagieren dagegen häufig empfindlicher auf starke Hagelschläge.
Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen geschlossene Rollläden immer die vorhandene Verglasung berücksichtigen. Was bei einem älteren Gebäude sinnvoll sein kann, muss bei einem modernen Haus nicht die idealste Lösung sein.
Wann geschlossene Rollläden bei Hagel sinnvoll sein könnten
Geschlossene Rollläden können die Fensterscheibe vor Hagelschäden schützen. Das gilt insbesondere bei älteren Fenstern oder Verglasungen, die weniger widerstandsfähig sind. Bei Dachfenstern oder großflächigen Verglasungen empfiehlt es sich ebenfalls, vorhandene Außenrollläden vorsorglich zu schließen. Sie können dazu beitragen die Wucht der auftreffenden Hagelkörner zu reduzieren und die Verglasung bei Hagel zusätzlich schützen.
Wann ist es sinnvoll, die Rollläden hochzufahren?
Moderne Fenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung sind häufig sehr robust. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, die Rollläden hochzufahren, um sie vor direkten Hageltreffern zu schützen. Denn je nach Material und Zustand können auch die Lamellen durch Hagel beschädigt werden. Insbesondere Rollläden, die aus Kunststoff bestehen, gelten als anfälliger für Dellen, Risse oder Brüche.
Tipp: Ob Rollläden bei Hagelwarnung nun hoch- oder heruntergefahren werden sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt immer von den individuellen Gegebenheiten des Gebäudes ab. Wer die Eigenschaften seiner Fenster und Rollläden berücksichtigt, diese regelmäßig wartet und Unwetterwarnungen frühzeitig im Blick hat, kann das Risiko von Hagelschäden am Haus gezielt reduzieren.
Hausrat- und Wohngebäudeversicherung der VHV
Natürlich kann im Zweifelsfall aber auch die beste Prävention nicht komplett verhindern, dass Schäden am Haus und auf dem Grundstück entstehen. Für diesen Fall können Sie sich auf eine wasserdichte Kombination aus Hausrat- und Wohngebäudeversicherung verlassen.
Die Wohngebäudeversicherung der VHV bietet Ihnen Schutz vor finanziellen Schäden, unter anderem durch Hagel an fest mit dem Gebäude verbundenen Bestandteilen. Dazu gehören beispielsweise das Dach, Fenster, Dachfenster oder auch Rollläden.
Die Hausratversicherung schützt hingegen den gesamten Hausrat vor den Folgen dieser Unwetterschäden, etwa wenn durch beschädigte Fenster Wasser eindringt und Möbel oder Einrichtungsgegenstände in Mitleidenschaft gezogen werden.
Ihr Auto stand im Hagelschauer? Wie Sie sich im Fall der Fälle richtig verhalten, erfahren Sie in diesem Artikel zu Hagelschäden am Kfz.

