Allergiker im Auto – Augen auf im Pollenverkehr

Trotz Allergie sicher ans Ziel

Dass das Handy am Steuer keine gute Idee ist, wissen wir. Doch wie sieht es eigentlich mit einem Taschentuch aus? Jeder fünfte Deutsche ist Pollenallergiker und leidet an der Volkskrankheit Heuschnupfen. Den durch das ganze Jahr fliegenden Pollen aus dem Weg zu gehen ist für Betroffene nicht leicht. Mit unseren Tipps fahren Allergiker im Auto sicher und bestmöglich geschützt vor störenden Ablenkungen durch allergische Symptome.

Haben Sie schon einmal mit offenen Augen geniest? Sicher nicht, denn wie das Niesen selbst ist auch das Augenschließen beim Niesen ein Reflex, den wir nicht kontrollieren können. Wenn wir niesen, haben wir immer für einen kurzen Moment die Augen geschlossen. Im normalen Alltag nicht hinderlich, aber auf der Autobahn mit dreistelliger Geschwindigkeit auf dem Tacho legen wir bei 120 km/h ca. 60 m Wegstrecke zurück. Wohlbemerkt: mit geschlossenen Augen.

Nicht umsonst zeigen Studien, dass Allergiker im Straßenverkehr gefährdeter sind als Nichtallergiker. Anfallartige Niesattacken können beim Autofahren leicht zu Unfällen führen. Tränende Augen und laufende Nasen können ebenfalls zum Sicherheitsrisiko werden. Die Sicht ist eingeschränkt, mit nur noch einer Hand am Steuer wird ein dringend benötigtes Taschentuch gesucht – die Ablenkung ist perfekt. Und warum das alles?

Saharastaub oder Pollenflug – beides macht Autofahrern das Leben schwer

Irgendwas fliegt immer – früher galt der Sommer als Pollenflughochzeit, daher auch der Name „Heuschnupfen“ von der Heuernte. Doch heute startet die Pollensaison immer früher im Jahr und hält länger an. Ob Hasel im Februar, Birke im Mai, Gräser im Juli oder Beifuß im Dezember – je nach Jahreszeit fliegen Frühblüher, Mittelblüher oder Spätblüher durch die Luft und machen Pollenallergikern das Leben schwer. Und damit auch das Autofahren.

Zwar geben Pollenwarndienste inzwischen tagesaktuelle Informationen zum Pollenflug heraus und empfehlen, die Allergieauslöser zu meiden, doch ist dies im Alltag oft nur schwer möglich. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dem fahrenden Allergiker könnten Pollen, wenn er im vermeintlich schützenden Auto sitzt, nichts anhaben, doch weit gefehlt: Der allergieauslösende Blütenstaub ist einfach überall. Wo sich Nichtallergiker über den Saharastaub ärgern, der in jede Ritze weht, haben Pollenallergiker ganz andere Sorgen.

Wann haben Sie zuletzt Ihre Autoscheiben geputzt? Von innen!

Allergischen Reaktionen im Auto vorbeugen geht mit einfachen Mitteln ebenso wie mit modernen Hightechlösungen. Der Klassiker gegen Pollen im Auto: Halten Sie die Seitenfenster und eventuell vorhandene Dachfenster geschlossen und beim Ein- und Aussteigen die Türen nur kurz geöffnet. Gleiches gilt für den Kofferraum. In diesem können Jacken übrigens gut während der Fahrt aufbewahrt werden, um mit ihnen nicht von draußen Pollen mit ins Fahrzeuginnere zu nehmen.

Natürlich werden es dennoch Pollen in den Innenraum Ihres Fahrzeugs schaffen. Hier kann regelmäßiges Aussaugen für Pollenfreiheit sorgen. Vergessen Sie nicht die Fußmatten und auch den Boden darunter. Die Armaturen wischen Sie am besten mit einem nebelfeuchten Mikrofasertuch ab. Mit einem trockenen Tuch wirbeln Sie die Pollen nur auf und verteilen sie umso mehr in der Innenraumluft. Auch wenn viele Autofahrer ihre Scheiben nur in der Waschanlage von außen reinigen lassen, sollte regelmäßig auch innen Hand angelegt werden, denn Pollenstaub lässt sich dort ebenfalls gerne nieder.

Vorsicht Schmierfilm – nicht die Scheibenwischer gegen Pollenstaub betätigen!

Wenn alles grünt und blüht, sitzen die Bäume voller Blüten und damit auch Pollen. Wer längere Zeit unter einem Baum parkt, wird vor der Weiterfahrt die Windschutzscheibe säubern müssen. Doch auf keinen Fall mit den Scheibenwischern! Egal, wie oft Sie die Scheibenreinigungsanlage betätigen – sie machen es nur noch schlimmer und die Scheibe durch einen gelblichen Schmierfilm nur noch undurchsichtiger. Am besten halten Sie einen Handfeger im Auto bereit und fegen den Pollenstaub und Blütenreste vorsichtig von der Autoscheibe. In der Waschanlage lässt sich die Windschutzscheibe dann bei nächster Gelegenheit wieder richtig säubern. So wie im Herbst das Laub in die Motorhaube wehen kann, so sind es im Frühjahr z. B. die länglichen Weidenkätzchen, die sich gerne dorthin verirren und regelmäßig entfernt werden sollten.

Von O bis O gilt nicht für den Innenraumfilter – schon mal gewechselt?

Reifenwechsel ist für Autofahrer eine Selbstverständlichkeit, und sicher haben Sie schon längst Ihre Sommerreifen aufgezogen. Aber haben Sie auch schon einmal Ihren Pollenfilter wechseln lassen oder gar selbst Hand angelegt? In modernen Autos gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Filtervarianten. Zum Beispiel einfache Pollenfilter oder Aktivkohlefilter, die etwas hochpreisiger sind, allerdings für Allergiker besser geeignet sein sollen. Die Aktivkohlefilter filtern nicht nur Staub und Pollen, sondern auch Abgase aus der Innenraumluft des Fahrzeugs. Egal, welches Modell – wichtig ist, dass jeder Innenraumfilter regelmäßig gereinigt bzw. je nach Verschmutzungsgrad gewechselt wird. Die empfohlenen Wechselintervalle unterscheiden sich je nach Fahrzeughersteller und sollten nicht ausgereizt werden – schon gar nicht von Allergikern. Einmal pro Jahr sollte eine Reinigung des Innenraumfilters mindestens erfolgen, um für ein gesundes Klima im Fahrzeuginneren zu sorgen.

Für ein Klima ohne Pollen schalten Sie die Klimaanlage Ihres Fahrzeugs am besten auf Umluftbetrieb. So gelangt keine pollenbelastete Luft von draußen ins Fahrzeuginnere, sondern die bereits vorhandene Luft im Auto wird zirkuliert. Der Umlufttrick hilft im Sommer übrigens auch, wenn Ihr Weg an Äckern vorbeiführt, auf denen gerade die nach frischer Landluft duftende Gülle ausgefahren wird. Natürlich sollte auch die Klimaanlage in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Das lassen Sie am besten von einer Fachwerkstatt erledigen. Auch hierfür werden je nach Fahrzeughersteller unterschiedliche Wartungsintervalle empfohlen.

Wir wünschen allen Allergikern und Nichtallergikern eine gute und sichere Fahrt!

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