Teil- und Vollkasko­ver­si­che­rung

Wildwechsel: So kommen Sie sicher durch die Dämmerung

Was tun, wenn Mensch auf Wild trifft?

Während wir im Auto schon darüber nachdenken, wie wir es uns zu Hause auf dem Sofa gemütlich machen, eine Portion Nudeln auf dem Schoß, die Lieblingsserie an – kann ein Reh am Straßenrand unsere Pläne jäh durchkreuzen. Kommt es zu einem plötzlichen Wildwechsel, haben wir nur wenig Zeit, um richtig zu reagieren. Lesen Sie hier, wie Sie im Falle des Falles den Schaden so gering wir möglich halten.

Wenn Bambi zur Gefahr wird - vier Tipps zur Prävention:

Für das Jahr 2018 vermeldete der GDV 268.000 Wildunfälle. Erfreulicherweise schrumpft damit erstmals die Gesamtzahl der registrierten Kollisionen um 7.000, dennoch ereigneten sich Wildunfälle im Zwei-Minuten-Takt. Der dadurch verursachte Sachschaden bleibt immens – ganz zu schweigen von den Verletzten und resultierenden Todesfällen. Autofahrer müssen deshalb vor allem im Frühjahr und Herbst besonders wachsam sein, denn dann sind die Wildtiere sehr aktiv und können unbemerkt vors Fahrzeug springen. Ausschließen kann man einen Zusammenstoß dennoch nie, unsere Tipps können aber helfen, der Gefahr vorzubeugen:

  • Risikozeiten kennen: Machen Sie sich bewusst, dass mit dem Wechsel von Sommer- zu Winterzeit die Wahrscheinlichkeit für Wildunfälle zunimmt. Die Tiere gehen meist in der Dämmerung ab 17 Uhr auf Nahrungssuche. Die Gefahr von Wildwechsel ist dann bis 8 Uhr morgens erhöht.
  • Besondere Vorsicht: Fahren Sie Sie in Waldabschnitten und an Feldern in der Dämmerung generell langsamer und mit erhöhter Aufmerksamkeit, achten Sie insbesondere auf Wildwechselschilder. Behalten Sie die Fahrbahnränder im Auge.
  • Der richtige Einsatz von Fernlicht und Hupe: Fahren Sie mit Fernlicht, um die Augen der Tiere schon auf weite Sicht erkennen zu können. Blenden Sie jedoch ab, sobald Tiere am Straßenrand auftauchen, damit sie nicht im Licht erstarren. Durch Betätigen der Hupe lassen sich die Tiere ggf. vertreiben, rechnen Sie immer auch mit Nachzüglern!
  • Tempolimits ernst nehmen: Ein Reh mit 20 kg Gewicht entwickelt bei der Geschwindigkeit eines herannahenden Autos von 50km/h ein Aufprallgewicht von bereits einer halben Tonne. Wildschweine und Damhirsche schlagen mit 3,5 beziehungsweise 2,5 Tonnen zu Buche, ein Rothirsch hat ein Aufprallgewicht von ganzen 5 Tonnen! 
Enorme Aufprallgeschwindigkeiten vermeiden:

Halten Sie sich daher unbedingt an ausgewiesene Tempolimits. Tritt in einer Entfernung von 60 Metern ein Tier plötzlich auf die Fahrbahn, ist ein Auto aus 80 km/h unter mit einer Gefahrenbremsung auf trockener Fahrbahn gerade noch anzuhalten. Bei 100 km/h wird es unmöglich und die Aufprallgeschwindigkeit liegt dann bereits noch über 60 km/h! Oft haben Sie aber noch deutlich weniger Zeit zu reagieren: In rund 20 Prozent der Fälle taucht das Wild nur 20 Meter vor dem Auto auf. Halten sie also auch immer genug Abstand zu Ihrem Vordermann, sollte dieser abrupt abbremsen müssen.

 

Wenn es doch mal kracht

Sollte ein Aufprall unvermeidlich sein, versuchen Sie nicht, auszuweichen! Der Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum birgt in der Regel größere Gefahren als die Kollision mit einem Tier! Bremsen Sie stattdessen stark ab, bleiben Sie auf Ihrer Fahrspur und halten Sie das Lenkrad gut fest, sonst gefährden Sie sowohl den Gegenverkehr als auch sich selbst.

Aber auch wenn sie bei dem Versuch, eine Wildkollision zu vermeiden, ausgewichen sind und dabei einen Fahrzeugschaden erlitten haben: die VHV leistet bei einer bestehenden Teilkaskoversicherung selbst dann, wenn sich herausstellen sollte, dass das Ausweichen aus der Rückschau grob falsch gewesen war (wie etwa bei einem Kleintier). Um Ihren Kunden den bestmöglichen Schutz zukommen zu lassen, hat die VHV auch hier auf die Möglichkeit verzichtet, bei grob fahrlässiger Schadenverursachung die Leistung zu beschränken oder zu verweigern.

Und nach der Kollision?

  • Gefahrenstelle absichern: Schalten Sie den Warnblinker ein und stellen Sie in 100 Metern Entfernung das Warndreieck auf. Da Wildunfälle häufig im Dunkeln passieren, schalten Sie im Idealfall eine Warnleuchte an und vergessen Sie nicht, die Warnweste anzulegen, um weiteren Unfällen vorzubeugen.
  • Polizei verständigen: Melden Sie den Unfall der Polizei und warten Sie am Unfallort. Lassen Sie sich eine Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen.
  • Fotos zur Beweissicherung:  Machen Sie Fotos vom Unfallort, vom Fahrzeug und vom Tier (in manchen Fällen sind die Tiere nur geschockt und fliehen, wenn die schockbedingte Beeinträchtigung vorbei ist!). Das ist hilfreich für eine schnelle Schadenbearbeitung.
  • Kein eigenmächtiges Handeln: Nehmen Sie das Tier nicht einfach mit, dies würde in den Tatbestand der Jagdwilderei fallen. Das Bergen des Tieres ist Aufgabe des Försters oder Jagdpächters. Auch sonst sollten Sie die Tiere nach Möglichkeit nicht mit bloßen Händen anfassen! Sie könnten sich mit Tollwut oder anderen Krankheiten infizieren. Flieht das Tier, teilen Sie dem Jagdpächter oder dem Förster nach Möglichkeit die Fluchtrichtung mit.
  • Kontakt zur Versicherung herstellen: Melden Sie sich bei Ihrer Versicherung, bevor die Wildspuren beseitigt sind oder das Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird.


Welche Versicherung zahlt?

Die Teilkaskoversicherung der VHV schützt Sie bei Zusammenstößen mit Tieren aller Art – das muss nicht zwangsläufig Wild sein. Auch Schäden nach Unfälle mit Vögeln oder Haustieren sind darüber versichert. Und das Beste ist: Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Wildschaden keinen Einfluss. Auch wenn der Schock noch tief in den Gliedern sitzt, müssen Sie sich wenigstens keine Gedanken um die Reparaturkosten machen – die Dellen bügeln wir für sie aus.

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