Hausrat & Wohngebäude

Rauchwarnmelder: Vorschriften und Tipps

Sind bei Ihnen schon Rauchwarnmelder installiert? Wir klären Ihre Fragen rund um die kleinen Lebensretter und ihre Richtlinien!

Kerzen, Tee, warme Decken: Was in der kalten Jahreszeit für Gemütlichkeit sorgt, kann schnell zur Brandursache werden. Wie Sie mit Rauchwarnmeldern sicher durch Herbst und Winter kommen, lesen Sie hier.

Wozu Rauchwarnmelder?

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Draußen ist es grau und kalt, abends wird es früh dunkel – umso gemütlicher will man es sich zu Hause auf dem Sofa machen. Es werden Kerzen angezündet, der Tee wird auf dem Stövchen warm gehalten und unter der Wolldecke fallen einem irgendwann beim Filmeschauen die Augen zu. Was aber, wenn die Kerze währenddessen zum Beispiel eine Tischdecke oder Gardine in Brand steckt?

Ungefähr 500 Menschen kommen pro Jahr deutschlandweit bei Bränden ums Leben. Meist schlafen die Opfer und sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung. Der Grund: Wenn wir schlafen, ist unser Geruchssinn ausgeschaltet – der Brand wird gar nicht oder erst viel zu spät bemerkt. Der schrille Signalton eines Rauchwarnmelders verschafft Ihnen hingegen wertvolle Zeit, sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen.

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Wozu sind Sie gesetzlich verpflichtet?

Aus diesem Grund haben mittlerweile alle Bundesländer gesetzlich festgelegt, dass alle Neu- und umfangreichen Umbauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden müssen. Vorhandener Wohnraum muss bis zu bestimmten Stichtagen nachgerüstet sein – die Übergangsfristen variieren aber je nach Bundesland. Auch die Verantwortlichkeiten für den Einbau und die Instandhaltung sind in den Ländern unterschiedlich geregelt.

Übersicht: Übergangsfristen und Verantwortlichkeiten

Bundesland

Nachrüstung Bestand bis

Verantwortlich für den Einbau

Verantwortlich für die laufende Prüfung

Baden-Württemberg

31.12.2014

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Bayern

31.12.2017

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Berlin

31.12.2020

Eigentümer*

Mieter oder sonstige Nutzungsberechtigte

Brandenburg

31.12.2020

Eigentümer*

Eigentümer*

Bremen

31.12.2015

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Hamburg

31.12.2010

Eigentümer*

Eigentümer*

Hessen

31.12.2014

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Mecklenburg-Vorpommern

31.12.2009

Bauherr, Nachrüstung: Eigentümer*

Eigentümer*

Niedersachsen

31.12.2015

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Nordrhein-Westfalen

31.12.2016

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Rheinland-Pfalz

12.07.2012

Eigentümer

Eigentümer

Saarland

31.12.2016

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Sachsen

-

Bauherr

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Sachsen-Anhalt

31.12.2015

Eigentümer*

Eigentümer*

Schleswig-Holstein

31.12.2010

Eigentümer

Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)

Thüringen

31.12.2018

Bauherr/Eigentümer

Eigentümer

*Nicht immer ist geregelt, wer für die Nachrüstung und Wartung verantwortlich ist. Allgemein wird aber davon ausgegangen, dass die Nachrüstung von Rauchwarnmeldern dem Eigentümer obliegt. Hat der Eigentümer die Geräte eingebaut, ist er auch für die Inspektion und Wartung zuständig, wenn nichts anderes geregelt ist. Bei Unsicherheiten kann ein Blick in den Mietvertrag helfen.

Wo müssen Sie die Rauchwarnmelder anbringen?

Die kleinen Lebensretter müssen in jedem Schlafraum und Kinderzimmer sowie in Flurbereichen installiert werden – die zusätzliche Überwachung des Wohnzimmers ist nur in einzelnen Bundesländern vorgeschrieben, jedoch überall empfehlenswert. In Bädern und Küchen könnte es aufgrund von Wasser- und Kochdämpfen schnell zu Fehlalarmen kommen. Für Küchen kommen daher nur spezielle Hitze- oder küchentaugliche Rauchwarnmelder in Frage, vorgeschrieben sind sie nicht.

Bringen Sie die Melder möglichst mittig unter der Zimmerdecke an. Zu Wänden, Deckenspitzen und Einrichtungsgegenständen (hierzu zählen auch Deckenlampen) muss ein Mindestabstand von 50 Zentimetern eingehalten werden. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass dem Rauch der Weg zum Melder abgeschnitten wird – und dieser nicht auslöst.

Wie prüfen Sie Ihre Rauchwarnmelder?

Mindestens einmal im Jahr sollten Sie die Funktionsfähigkeit Ihrer Rauchwarnmelder überprüfen. Folgen Sie dabei der Bedienungsanleitung des Geräts. Andernfalls können Sie sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Ist das Gerät beschädigt?
  • Zeigt ein Signal eine schwache Batteriespannung an?
  • Sind alle Raucheintrittsöffnungen frei von Abdeckungen?
  • Ist der Signalton klar und deutlich zu hören, wenn Sie den Testknopf betätigen?

Ist Ihr Gerät defekt, tauschen Sie es gleich aus. Insbesondere die Batteriespannung sollten Sie im Auge behalten – bei fehlender Spannung können ebenfalls Fehlalarme ausgelöst werden.

Wie finden Sie einen guten Rauchwarnmelder?

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Seit 2008 sind auf dem Europäischen Markt nur Melder zugelassen, die nach der Norm EN 14604 zertifiziert sind. Jedes Gerät mit dieser Nummer erfüllt also den Mindeststandard. Dennoch sollten Sie nicht zu den günstigsten Modellen greifen, denn diese verursachen oft Fehlalarme. Geräte mit dem Q-Siegel versprechen hingegen erhöhte Stabilität, die Reduktion von Fehlalarmen und verfügen über eine eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier

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Und was ist mit dem Ver­si­che­rungs­schutz?

Rauchwarnmelder können einen Brand nicht verhindern. Sie retten in erster Linie Leben und keine Sachwerte! Trotz Rauchwarnmelderpflicht hat das Fehlen eines Melders daher keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Falls die Flamme Ihrer Kerze also doch einmal auf die Gardinen übergreift, kommen wir im Rahmen unserer Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen für den finanziellen Schaden auf. Wirklich ruhig schlafen können Sie allerdings nur, wenn Sie Rauchwarnmelder installieren – selbst wenn Sie von Kerzen auf Lichterketten umsteigen.